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Geschichte

Die Geschichte des Seitei-Iai ist eng mit der Ge­schich­te des »All­japanischen Kendo­ver­bandes« (ZNKR) ver­bunden. ZNKR wurde 1952 gegründet, nachdem die Ok­ku­pa­ti­onsmächte das Verbot der Ausübung von Kampfkünsten in Japan auf­ge­hoben haben. Bald danach wurde den Funktionären des »All­japanischen Kendo­ver­bandes« bewusst, dass die Mehrheit der Kendo-Übenden Kendo mehr oder weniger als reinen Sport betrieb und daher nur den Umgang mit dem shinai kannte. Da das shinai von der Zusammensetzung nur sehr entfernt einem Katana ähnelt, können dem Übenden damit nicht die elementaren Grundlagen der Schwerttechniken und der Handhabung des Schwertes bewusst gemacht werden. Man kam zu dem Schluss, dass modernes Nachkriegskendo nicht mehr den »Weg des Schwertes« in der Form repräsentiert, wie es der Name impliziert.

Seit 1966 suchte der Verband einen Ausweg aus diesem Dilemma. In den Jahren 1966-67 trat ein Komitee aus hochgraduierten Iaido- und Kendo­experten zusammen. Sie legten die grundsätzlichen Methoden, das Katana zu benutzen, fest. Sieben Techniken sollten ausreichen, diese Methoden des Gebrauches des echten Schwertes zu vermitteln, drei Knieformen aus dem seiza, eine Knieform aus dem iai-hiza – eine Variation des tate-hiza mit aufgestelltem Knie –, sowie drei Standformen. Wie diese Formen aussehen sollten, wurde 1967 von einem Unterkomitee festgelegt, das aus Vertretern des Muso Jikiden Eishin Ryu, des Muso Shinden Ryu und des Hoki Ryu bestand.

Das Ergebnis waren die so genannten seitei-gata, 7 repräsentative Formen, die originalen Stan­dard­techniken des ZNKR und die Formen 1 bis 7 des heutigen Seitei-Iaido. Die erste zwei Kata, mae und ushiro, kamen aus der Ōmori Ryu. Die dritte Form, ukenagashi, war sowohl in der Ōmori Ryu als auch in Muso Jikiden Eishin Ryu zu finden. Die vierte Kata, tsukaate, ist eine modifizierte Form aus der Eishin Ryu. Kesagiri ist aus einer Hoki Ryu Form abgeleitet und morotetsuki beinhaltet einen Stoß, der in vielen Iai-Schulen zu finden ist. Auf der Grundlage dieser Formen wurde ein Prüfungs­system eingeführt und ab 1968 für Japan in Kraft gesetzt.

Bereits 1977 wurde aufgrund immer häufigerer Kritik, dass die seitei-gata doch kein angemessenes Instrument seien, Kendo-Übenden die Schwert­kampf­kunst nahe zu bringen, erneut eine Kommission eingesetzt, die dieses Problem prüfen sollte. Die Vertreter des Muso Jikiden Eishin Ryu, des Muso Shinden Ryu, des Hoki Ryu und des Tamiya Ryu legten 1980 fest, dass dem Seitei-Iai drei weitere Formen, die heutigen Formen 8 bis 10, als tachi-waza hinzugefügt werden. Die achte Form, ganmenate, ist aus Okuden Techniken der Muso Shinden Ryu abgeleitet. Soetetsuki kam von einer berühmten Hoki Ryu Technik und auch die zehnte Kata, shihogiri, entstammt einer Hoki Ryu Form. In 2000 wurden zwei neue Kata vorgestellt, somit wuchs der Anzahl der Formen auf insgesamt 12 an.

Seitei-Iai ist heute innerhalb und außerhalb Japans die am weitesten verbreitete Form des Iaido und maßgebliche Form des unter der Leitung des ZNKR ausgeübten Iaido.


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Die Seitei-Iai Kata制定形

1. mae vorn
2. ushiro hinten
3. ukenagashi 受流 empfangen und (ab)fließen lassen
4. tsukaate 柄当 Stoß mit dem Griff
5. kesagiri 袈裟切 Schnitt entlang der Kesa
6. morotetsuki 諸手突 Stich mit beiden Händen
7. sanpōgiri 三方切 Schnitt in drei Richtungen
8. ganmenate 顔面当 Stoß in das Gesicht
9. soetetsuki 添手突 Stich mit angelegter Hand
10. shihōgiri 四方切 Schnitt in vier Richtungen
11. sōgiri 総切 alle Schnitte
12. nukiuchi 抜打 ziehen und schlagen

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